
Acht Punkte holte Eishockey-Zweitligist Eisbären Regensburg aus seinen jüngsten drei Begegnungen gegen direkte Konkurrenten – jetzt geht es für die Oberpfälzer, die in der DEL-2-Tabelle auf dem starken fünften Rang stehen (53 Zähler) mit einem ganz besonderen Wochenende weiter. Am morgigen Freitag, 16. Januar, treten sie zum dritten Oberpfalz-Derby der laufenden Saison auswärts bei Lokalrivale Blue Devils Weiden (11. Platz/44 Punkte) an. Das prestigeträchtige Duell in der Hans-Schröpf-Arena beginnt um 20 Uhr. Am Sonntag, 18. Januar, folgt dann der wahrscheinlich emotionalste Spieltag der Saison: Ab 17 Uhr empfangen die Domstädter den ESV Kaufbeuren (14./26) in der Donau-Arena – die Partie ist der jährliche „F*CK CANCER“-Tag. Mit der Aktion, die der sozial stets engagierte Klub bereits zum siebten Mal veranstaltet, soll Aufmerksamkeit für die Krebskrankheit, insbesondere bei Kindern, geschaffen werden (alle Infos hier). Letzte Tickets für diesen speziellen Abend gibt es unter www.ebr.live
Einen Video-Vorbericht inklusive Interview mit Trainer Peter Flache gibt es auf der offiziellen Facebook-Seite der Eisbären!
Mit Weiden und Kaufbeuren haben die Schützlinge von Eisbären-Trainer Peter Flache zwei der wohl am meisten von Verletzungssorgen gebeutelten Klubs der DEL 2 in der laufenden Saison vor der Brust. Dass die Rot-Weißen gegen beide Kontrahenten in bisher je zwei Aufeinandertreffen bereits Punkte liegen ließen, zeigt die Ausgeglichenheit der Liga und dass mit den Teams dennoch jederzeit zu rechnen ist. So unterlag Regensburg etwa beim ersten Gastspiel in Weiden mit 3:6 (Tore durch Corey Trivino, Pierre Preto im Powerplay und Kevin Slezak), behielt in der Donau-Arena durch Treffer von Bryce Kindopp, Slezak und Alexander Berardinelli (Empty Net in Unterzahl) mit 3:0 die Oberhand. „Umgekehrt“ gestaltet sich die Bilanz gegen den ESVK: Während gegen die Allgäuer Mitte Oktober das Heimspiel 1:4 verloren ging (Torschütze Samuel Payeur), gelang auswärts ein 4:3-Erfolg nach Penaltyschießen (Nick Mähler, Berardinelli, Donát Péter und im Shootout Jeremy Bracco hatten eingenetzt).
Die Blauen Teufel aus Weiden gaben erst jüngst einen weiteren Ausfall bis Saisonende bekannt: Der vielseitige Vladislav Filin, der gerade erst von einer Verletzung zurückgekehrt war, zog sich eine Unterkörperverltzung zu. Und auch Kapitän Tomáš Rubeš, der Edeltechniker im Sturm, kann voraussichtlich in der laufenden Spielzeit nicht mehr eingreifen. Weil unter anderem auch US-Amerikaner Nick Jermain in der Offensive seit längerem fehlt, verpflichteten die BDW vor kurzem mit Alex-Olivier Voyer einen hochveranlagten kanadischen Angreifer aus Ravensburg nach, der den in ihn gesetzten Erwartungen dort zuvor nicht gänzlich gerecht geworden war. Und auch, wenn sie inzwischen meist wieder mit von der Partie sind: Mit Torhüter Michael McNiven, sowie den Stürmern Zach Tsekos und Tyler Ward fielen drei weitere kanadische Kontingentspieler des Teams von Trainer Sebastian Buchwieser bereits viele Partien aus. Verteidiger Maximilian Kolb kam verletzungsbedingt noch zu keinem Einsatz, auch Dominik Boháč 14 der 34 Weidener Spiele auf dem Eis.
Die anhaltende Personalnot zwang das Team zu ungewöhnlichen Maßnahmen: Insgesamt sieben Feldspieler und ein Torhüter wurden entweder per Förderlizenz oder nur für kurze Zeitspannen verpflichtet und sind aktuell aber nicht lizenziert. Hinzu kommt mit Simon Wolf ein weiterer starker junger Keeper, dessen Förderlizenz unter der Saison von Regensburg nach Weiden wechselte. Seither kam der bei DEL-Klub München unter Vertrag stehende Wolf neun Mal zum Einsatz und parierte dabei knapp 91 Prozent der gegnerischen Torschüsse. Damit liegt er knapp vor den beiden etatmäßigen Goalies Felix Noack (90,4) und McNiven (90,1).
Ob der zahlreichen, schwerwiegenden Ausfälle wenig verwunderlich: Sportlich läuft es bei dem Klub aus der nördlichen Oberpfalz durchwachsen. Nach zuletzt nur einem Sieg aus den jüngsten zehn Begegnungen belegen die Teufel als Elfte einen Play-down-Rang. Doch der Schein trügt etwas: Zwar gingen sie seit Mitte Dezember lediglich einmal als Sieger vom Eis (4:1-Heimerfolg über Schlusslicht Kaufbeuren), doch in fünf Begegnungen erzwang der Buchwieser-Kader Overtime oder Penaltyschießen, scheiterte also nur denkbar knapp. Trotz neun Niederlagen kommen die BDW so auf acht Zähler in zehn Partien, obwohl in dieser Zeitspanne gegen nahezu alle Topteams gespielt wurde. Sand im Getriebe ist derweil vor allem im Angriff: Lediglich 82 selbst erzielte Tore sind nach dem ESVK (79) der schlechteste Wert der Liga.
In der Defensive sticht US-Amerikaner Tommy Muck hervor, der mit sechs eigenen Toren und 17 Vorlagen bereits auf 23 Scorer kommt und damit Weidens zweitbester Punktesammler ist. Weitere wichtige Stammkräfte in der Abwehr sind Calvin Pokorny, Manuel Edfelder, Daniel Schwaiger, Fabian Ribnitzky und Luis Marusch (aus dem EVR-Nachwuchs). Im Sturm glänzt Luca Gläser mit bereits 13 Treffern und zehn Assists für 23 Zähler. Nur Voyer hat mehr Torbeteiligungen in der laufenden Saison: Elf Mal netzte er insgesamt ein, 13 weitere Male bereitete er vor – darin sind jedoch auch seine Einsätze für Ravensburg enthalten. Ward bringt es in 20 Einsätzen auf ebenso viele Punkte, auch Fabian Voit (16 Zähler), die Brüder Noah (15) und Neal (12) Samanski, der jüngst von der DEL 2 zum U-21-Förderspieler des Monats November gekürte Paul Vinzens sowie Cedric Schiemenz (beide 14) sind Aktivposten.
Ähnlich gebeutelt wie Weiden sind auch die Regensburger Sonntagsgegner: Die Buron Joker des ESVK trennten sich bereits Anfang November ob sportlicher Misere vom damaligen Cheftrainer Todd Warriner. Es übernahm das Gespann Sebastian Osterloh und Andrew Donaldson, doch trotzdem sind die Allgäuer derzeit das Schlusslicht der DEL 2. Im Tor fiel der als Nummer eins geplante Daniel Fießinger über weite Strecken der bisherigen Hauptrunde aus, kehrte erst jüngst langsam wieder zurück. Weil auch dessen Backup Rihards Babulis schon einige Partien verpasste, verpflichtete der Traditionsklub mit Cody Porter einen kanadischen Kontingentgoalie nach.
Dass dieser trotz geltender Regularien meistens problemlos in den Spieltagskader der Gelb-Roten rücken kann, liegt an den zahlreichen Ausfällen der fünf Kontingent-Feldspieler. Zuletzt lief von diesen etwa einzig Kanadier Tyson McLellan auf, der selbst aber bereits mehrere Wochen pausieren musste. Dennoch kommt er in 26 Partien auf 22 Scorerpunkte (sechs Treffer, 16 Vorlagen). Damit liegt nur der Finne Henri Kanninen noch vor ihm, der in 24 Spielen 26 Torbeteiligungen sammelte (elf, 15). Doch er fehlte zuletzt genauso wie der variable und offensivstarke Verteidiger Jonny Tychonik (nachverpflichtet), der kanadisch-niederländische Angreifer D’Artagnan Joly und US-Amerikaner Joe Cassetti. Stets gefährlich ist der erfahrene, deutsch-finnische Torjäger Sami Blomqvist (16 Zähler), auch Alec Zawatsky ist ein Aktivposten (14).
Porter und Tychonik sind nicht die beiden einzigen Transfers, die der Klub in der Not tätigte: Aus Landshut lotsten sie Verteidigertalent Dominik Groß an die Wertach, für den Sturm kamen Ex-Nationalspieler Brent Readeke und Vincent Schlenker, die zuvor beide vereinslos waren. Dennoch gab es nur einen Sieg aus den letzten 14 Spielen (4:2 zuhause gegen Freiburg) und jüngst gar sechs Pleiten in Serie.
Der als Leistungsträger und Abwehrhüne eingeplante Ex-Nationalspieler John Rogl fehlt ebenfalls verletzt, die auch DEL-erfahrenen Nicolas Appendino und Bernhard Ebner sind daher die verbleibenden Führungskräfte in der Defensive, die darüber hinaus mit Paul Mayer und Jakob Peukert zwei starke U-21-Kräfte und mit Münchens Rio Kaiser ein vielversprechendes Erstliga-Talent per Förderlizenz beherbergt. Die mit zahlreichen Eigengewächsen und jungen Kräften gespickte Offensive sollen indes über die bereits genannten hinaus die vielseitigen Routiniers Maximilian Hadraschek, Max Kislinger und Jere Laaksonen anführen.
Ob bei den Eisbären der zuletzt kranke Pierre Preto und der angeschlagene David Morley spielen können, entscheidet sich kurzfristig. Alle anderen Spieler meldeten sich fit. Tickets für das emotionale „F*CK CANCER“-Heimspiel gegen Kaufbeuren gibt es unter www.ebr.live
Von beiden Partien berichtet Sporteurope.tv live (www.sporteurope.tv)
Aus Weiden sendet zudem das kostenlose Eisradio (www.eisradio.de)
Eisbären Regensburg – ESV Kaufbeuren („F*CK CANCER“-Spieltag)
Beginn: Sonntag, 18. Januar 2026, 17 Uhr
Spielort: Donau-Arena Regensburg
Öffnung Abend-/ und Abholkasse: 90 Minuten vor Spielbeginn (15:30 Uhr)
Öffnung Fanzone: Zwei Stunden vor Spielbeginn (15 Uhr) – ACHTUNG: Die Fanzone schließt 15 Minuten vor Spielbeginn (16:45 Uhr). Nach dem Spiel bleibt die Fanzone geschlossen.
Einlass ins Stadion: Ab 15:15 Uhr (für Dauerkarten) bzw. ab 15:30 Uhr (alle anderen Tickets).
Spieltagspartner ist die Krones AG!
WICHTIG: Die Eisbären Regensburg wurden darauf hingewiesen, dass der größere Parkplatz an der Vilsstraße (unter anderem Jysk, Fressnapf, TTL, Cube-Store, Restaurant Shangri-La) sowie der „Tedox“-Parkplatz nicht für Heimspiele genutzt werden sollen. Autos von Eishockey-Fans, die dort im Rahmen der Partien parken, könnten abgeschleppt oder mit Strafzetteln versehen werden.
Tickets für die Heimspiele gibt es unter: www.ebr.live
Text: Jan-Mirco Linse
Foto: Simon Stroka und Fotoschmiede MCB

